TUSEM Geschichten

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Bärbel und Jo Brückner: „Der TUSEM ist die zweite Heimat“

Es ist kein Zufall, dass Bärbel und Joachim „Jo“ Brückner nur drei Gehminuten von der Klaus-Schorn-Sporthalle entfernt wohnen. Denn für beide ist der TUSEM nicht nur geografisch sehr nah, sondern auch im Herzen. „Für mich ist es meine zweite Heimat“, sagt Bärbel, die schon seit ihrer Kindheit mit dem TUSEM zu tun hat. Damals im Ginsterweg aufgewachsen, war der Weg zum Fibelweg nicht weit. „Das kam durch meine Freundinnen. Und damals gab es für uns ja gar nichts anderes als in einen Turnverein zu gehen.“ Und bis auf ein kurzes Intermezzo in der Handball-Abteilung des ETB Schwarz-Weiß, war sie dem Verein von der Margarethenhöhe immer treu. „Und ich musste nur zum ETB, weil der TUSEM keine Damen-Handballmannschaft hatte“, sagt die 78-Jährige.

Jo ist erst später dazugekommen, 1994. Zuvor war er als Handball-Torwart oft Gegner der TUSEM-Teams – und hat diese offenbar zur Weißglut gebracht: „Ich habe noch schöne Zeitungsartikel. In einem steht: ‚Brückner bringt TUSEMer zum Verzweifeln‘“, sagt Jo mit einem Lachen.

Kennengelernt hat sich das Ehepaar tatsächlich auch über den Handball. Beim ehemaligen „Dörnemann“ (heute „Eule“) in Rüttenscheid hat es gefunkt. „Das war von unseren beiden damaligen Vereinen das Stammlokal“, berichtet Bärbel.

Letztendlich hat es beide zum TUSEM gezogen, wo sie bis heute noch in verschiedenen Rollen aktiv sind. Jo mehr als Zuschauer und kritischer Beobachter der Handball-Profis, Bärbel an fünf Tagen in der Woche in der Sporthalle. Dort hat sie in den 80er-Jahren das Eltern-Kind-Turnen beim TUSEM ins Leben gerufen und leitet bis heute noch viele Kurse, natürlich auch für Erwachsene. Satt hat es Bärbel noch nicht, „aber ich bräuchte ein paar mehr Übungsleiter zur Unterstützung“.

Was Bärbel seit Jahren für den TUSEM und die Menschen auf der Margarethenhöhe leistet, ist kaum vergleichbar. Somit ist fast schon klar, dass das Ehepaar mittlerweile auch wieder auf der Höhe lebt. Das war mal anders, berichtet Bärbel: „Wir haben in Bredeney gewohnt, direkt neben Alfred Gislason und Dirk Rauin“. Für die Jüngeren unter uns: zwei absolute Handball-Legenden des TUSEM, Gislason ist zudem der aktuelle Bundestrainer der deutschen Mannschaft. Und Jo erinnert sich noch gut: „Einmal hatte Bärbel Geburtstag und Alfred war auch eingeladen. Er konnte aber nicht kommen, weil er Training hatte. Also kam seine Frau. Wir haben ihr etwas vom Essen der Party mitgegeben. Kurz darauf hat Alfred zehn oder zwölf Tore im Spiel geworfen. Und danach sagte er zu Bärbel: ‚Das war Dein Essen!‘“ Jo und Bärbel lachen.

Der TUSEM ist für die Brückners aber noch mehr als nur ein Sportverein. Er ist der Ursprung einiger Freundschaften. Bärbel hat viele Freundinnen gewonnen, auch durch das Turnen. Immer wieder gibt es Turnfahrten in verschiedene Städte Europas. Das Wichtigste sei aber die Gemeinschaft: „Wir fangen in unseren Gruppen zum Beispiel auch ganz viele Witwen auf. Wir wandern, spielen Karten. Das macht natürlich Spaß“, sagt Bärbel.

Spaß hatten die Beiden schon oft mit dem TUSEM. Ein Highlight war der Gewinn des EHF-Pokals 2005 in Oberhausen gegen den SC Magdeburg. „Wir haben im Finale direkt am Spielfeldrand gesessen“, erinnert sich Jo. „Und der Joel Abati von Magdeburg war ein Schauspieler. Der ist immer reingegangen wie ein Wilder und hat sich dann fallen gelassen. Ich habe dann zum ihm ‚Schauspieler!‘ gerufen. In der Halbzeit kam er auf mich zu und mehrere Leute haben ihn festgehalten, auch Alfred Gislason.“ Edel-Fan Jo legte sich danach auch noch mit Stefan Kretzschmar und sogar den Schiedsrichtern an. „Und dann kommt Klaus Schorn zu mir“, sagt Jo und erzählt weiter: „Der fragt mich: ‚Kannst du die Schiedsrichter ins Hotel Bredeney bringen?‘ Dann ging er mit mir zu den Schiedsrichtern und die haben nur gesagt: ‚Mit dem sollen wir fahren?‘ Aber die Jungs waren Klasse. Die kamen aus Dänemark und wir hatten richtig Spaß auf der Fahrt.“ Der vorausgegangene Disput war also schnell wieder vergessen.

Dass der TUSEM für Jo und Bärbel mehr ist als nur ein Hobby, zeigte auch der 12. Dezember vergangenen Jahres. Die Goldene Hochzeit der Beiden fand nicht etwa in einem ganz außergewöhnlichen Rahmen statt, sondern natürlich in der Sporthalle „Am Hallo“. Schließlich hatten die Handballer ein Heimspiel. Und so saß das Pärchen auf seinen Stammplätzen und hielt dabei nicht nur sich selbst, sondern auch dem Zweitligisten die Treue. Zur Belohnung gab es von der Mannschaft auf der Platte immerhin ein Unentschieden, aber von den Verantwortlichen noch ein ganz besonderes Geschenk: ein TUSEM-Trikot mit einer goldenen 50, unterschrieben von allen Handballprofis des Teams.

Mit ihren Anekdoten können die Brückners ganze Bücher füllen. Die Erlebnisse mit dem TUSEM werden immer mehr und nicht langweiliger. Wenn Jo und Bärbel einen Wunsch frei hätten, würden sie sich noch mehr ehrenamtliche Unterstützung wünschen. Mehr Menschen, die mal ein Amt im Verein bekleiden, um zu lernen, wie schwierig es ist einen so großen Verein am Leben zu halten. Und eines ist klar: würde es so engagierte Menschen wie Jo und Bärbel nicht geben, wäre der TUSEM nicht nur um zwei tolle Menschen, sondern auch um vier starke, helfende Hände ärmer.

Steckbrief Bärbel Brückner

Name: Bärbel Brückner

Alter: 78

Beim TUSEM seit: 1956-78 und seit 1985 wieder

Sportart: Turnen, Leichtathletik, Tennis, Schwimmen.

Amt: Abteilungsleiterin Turnen, Präsidiumsmitglied, Leitung des SGZ (1998-2008).

Vorherige/Andere Vereine: ETB (Handball)

Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Habe schon genug Sportarten.

Davon bin ich Fan: TUSEM-Handballer (Dauerkarte).

Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… kann ich mir nicht vorstellen.

Der TUSEM in einem Wort: Zweite Heimat.

Steckbrief Jo Brückner

Name: Jo Brückner

Alter: 76

Beim TUSEM seit: 1994

Sportart: Handball, Tennis, Fußball (Alte Herren).

Amt: Ehrenamtlicher Mitarbeiter im Büro von Klaus Schorn, Teil des Festausschusses der Tennis-Abteilung zum 50-jährigen Bestehen (1999).

Vorherige Vereine: ESV 99, GW Werden.

Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Ich bin alt genug und probiere nichts mehr aus.

Davon bin ich Fan: Handball (Auch TUSEM-Dauerkarte).

Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… ist nicht vorstellbar, steckt ja schon im Namen drin.

Der TUSEM in einem Wort: Toller Verein.

Holger Gaißmayer und Frank Paulun: Der TUSEM ist, wo große Fußballwelt und Familie aufeinandertreffen

Selten ist die Feindschaft so groß wie bei Torhütern und Stürmern. Im direkten Duell will der Eine seine Mannschaft vor dem Übel bewahren, während der Andere sein Team zum Jubeln bringen will. Bei Frank Paulun und Holger Gaißmayer kann von Feindschaft aber keine Rede sein. Beide verbindet nicht nur die Liebe zum Fußball, sondern auch die persönlichen Geschichten mit dem TUSEM.

Dabei liefen ihre Karrieren im Prinzip gegenläufig. Während Paulun erst Mitte der 90er zum TUSEM dazustieß, war Gaißmayer bis Ende der 80er ein Junge der Margarethenhöhe, ehe es ihn raus in die weite Fußballwelt trieb. Als bislang einziger Fußballprofi, der aus dem TUSEM hervorgegangen ist, machte sich der mehrmalige Torschützenkönig einen Namen. Unvergessen sein entscheidender Treffer 1996 für den 1. FC Köln, der gegen Hansa Rostock den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga sicherte. „Das war natürlich mein Highlight“, sagt Gaißmayer.

Dass der damals 26-Jährige überhaupt dieses Tor schießen konnte, war mehreren Zufällen zu verdanken. Seine gesamte Jugendzeit verbrachte er am Fibelweg. „Natürlich hat mich mein Vater zum TUSEM gebracht“, sagt er. Uli Gaißmayer war damals schon in Amt und Würden. Und dann war es eben jener Frank Paulun, der Holger nach Oberhausen lockte. Paulun spielte damals bereits für den Oberligisten und riet dem TUSEM-Torjäger davon ab zum ETB zu gehen. „Also bin ich zum Probetraining nach Oberhausen gefahren“, erzählt Gaißmayer, „Und wie es der Zufall so wollte, waren Frank und ich im Trainingsspiel nicht in derselben Mannschaft.“ Also gab es das berüchtigte direkte Duell Torhüter gegen Stürmer.

„Und ich habe ihm sechs oder sieben Dinger reingehauen“, lacht Gaißmayer. Paulun erinnert sich zwar nicht mehr gerne daran, aber noch ziemlich genau. Trainer Manfred Rummel schickte den Stürmer daraufhin umgehend ins Chefbüro der Oberhausener, um einen Vertrag zu unterschreiben. Paulun schimpfte zwar über die vielen Gegentore, rief aber mit sportlicher Größe noch hinterher: „Setz dein Gehalt nicht zu niedrig an!“

Und so stiefelte Holger Gaißmayer zur Vertragsunterschrift – ohne zu wissen, wie das überhaupt geht: „Ich hatte vorher beim TUSEM ja keinen Pfennig bekommen. Woher auch? Und dann habe ich zum Frank nur gesagt: ‚Was kann ich denn da sagen?‘ Dann hat Frank mir eine Summe gesagt. Die habe ich dann dem Rummel weitergegeben, der gleichzeitig auch Manager war. Der sagte nur: ‚Wie kommst du denn auf sowas? Das können wir nicht machen‘. Er ist dann um 200 Mark runtergegangen und ich habe gesagt: ‚Mach ich!‘“

Und so begann eine erfolgreiche Karriere im Profibereich, die von Oberhausen über Köln, Leipzig, Bregenz, Offenbach und Ahlen bis zum Wuppertaler SV führte. Letztendlich kam Holger Gaißmayer unter anderem auf 85 Erstligaspiele und 12 Tore, aber auch auf vier internationale Einsätze mit dem 1. FC Köln im damaligen UI-Cup. Und die Grundlage wurde auf dem Aschenplatz am Fibelweg gelegt.

Genau da spielte ab Mitte der 90er Frank Paulun für den TUSEM. Aber nicht nur Fußball stand auf seinem Sportprogramm, sondern später auch Tennis. Schnell war der Neuling im Verein aufgenommen und ließ dort seine Karriere ausklingen, nachdem er für Oberhausen sogar in der 3. Liga (damals Oberliga) gespielt hatte.

Zu Beginn der 2000er wechselte Paulun vom Tor an die Seitenlinie und begann seine Trainerlaufbahn. Sohn Lukas betreute er von Kindesbeinen – mit Unterbrechungen – bis hin zur A-Jugend und später auch in der 1. Mannschaft. Und die Jahre verliefen sehr erfolgreich, vom Gewinn der Mini-WM 2006, als die E-Jugend des TUSEM als Niederlande „Weltmeister“ wurde, über diverse Aufstiege bis hin zur Meisterschaft in der B-Junioren-Leistungsklasse 2012, die in einer Mannschaftsfahrt nach Ibiza endete. „Wir sind mit unseren Teams immer Wetten eingegangen. Und leider haben wir Trainer diese Wetten oft verloren, was manchmal teuer wurde.“ Und so ging ein Großteil der Mannschaftsfahrt auf die Trainer um Frank Paulun, weil sie eben nicht gewettet hatten, dass ihr Team am Ende der Saison Meister werden würde. „Und da die Jungs offiziell noch kein Bier trinken durften, haben wir Trainer ab und zu mal eins besorgt“, beichtet Paulun und ergänzt: „Das war schon eine geile Jugendzeit insgesamt.“

Neben dem Sportlichen sind für Paulun und Gaißmayer im Laufe der Zeit aber auch viele Freundschaften im und rund um den TUSEM entstanden, der Fibelweg war und ist dabei immer wieder ein großer Treffpunkt. Während Holger Gaißmayer heute für die Stadt Essen die Koordination der Profiteams übernimmt und gelegentlich auch mal beruflich mit dem TUSEM zu tun hat, engagiert sich Zahnarzt Frank Paulun ehrenamtlich als Vorsitzender der Fußballabteilung.

Keine einfache Aufgabe, da der Verein grundsätzlich nicht auf Rosen gebettet ist und es auf der Margarethenhöhe schon lange schwierig ist Sponsoren und ehrenamtliche Helfer zu finden. „Wenn ich mir etwas aussuchen dürfte, dann hätte ich gerne mehr Geld für die Fußballabteilung, um Jugend und Senioren professioneller aufstellen zu können. Also Ausbildungen und Lehrgänge bezahlen, genauso Aufwandsentschädigungen für gut ausgebildete Trainer“, sagt Paulun. Oft übernehmen Elternteile das Training, wovor der Vorsitzende großen Respekt habe, aber das nicht immer dazu führe, dass am Ende die Jugendlichen bestmöglich ausgebildet werden können.

Holger Gaißmayer sieht es ähnlich, auch wenn er das beste Beispiel dafür ist, wie es auch ohne die beste Ausbildung noch zu einer guten Karriere kommen kann. „Bei allem Respekt: wir hatten auch nicht immer die besten Trainer. Aber Leidenschaft gab es beim TUSEM immer schon“, sagt er.

Während Gaißmayers Leidenschaft immer noch der aktive Fußball ist – denn er spielt auch heute noch für die Traditionself des 1.FC Köln mit ehemaligen Nationalspielern wie Jonas Hector – hat Frank Paulun eine neue Sportart für sich entdeckt: Padel-Tennis. „Wenn ich Präsident wäre und eine Sache sofort einführen dürfte, wäre es ein Padel-Platz.“ Natürlich beim TUSEM. Da, wo die Pauluns und Gaißmayers schon lange zuhause sind.

Steckbrief Frank Paulun

Name: Frank Paulun

Alter: 61

Beim TUSEM seit: Mitte der 90er.

Sportart: Fußball, Tennis.

Amt: ehem. Jugendtrainer, Torwart-Trainer, Vorsitzender Fußballabteilung.

Vorherige Vereine: Fortuna Holsterhausen, TuS Holsterhausen, SF Katernberg, Rot-Weiß Oberhausen, Aufwärts Heisingen, Werden 80.

Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Handball, aber nicht im Tor.

Davon bin ich Fan: FC Bayern München.

Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… undenkbar. Es würde eine wichtige Anlaufstation für die Menschen auf der Margarethenhöhe fehlen.

Der TUSEM in einem Wort: Familienverein.

Steckbrief Holger Gaißmayer

Name: Holger Gaißmayer

Alter: 56

Beim TUSEM seit: 1974.

Sportart: Fußball

Amt: Jugendtrainer

Vorherige/Andere Vereine: Rot-Weiß Oberhausen, 1.FC Köln, VfB Leipzig, Casino SW Bregenz, Kickers Offenbach, LR Ahlen, Wuppertaler SV, FSV Vohwinkel.

Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Handball. Immer gerne geschaut, da geht’s zur Sache.

Davon bin ich Fan: 1. FC Köln (spiele immer noch in der Traditionself)

Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… ist schwer vorstellbar. Die Höhe wird immer automatisch mit dem TUSEM in Verbindung gebracht.

Der TUSEM in einem Wort: Familienverein.

Tanja Lentes und Rico Zölzer: „Als Rico zum Spieler des Jahres wurde, musste Mama heulen“

 

Sie sind aus der Fußballabteilung des TUSEM nicht mehr wegzudenken: seit 2007 gehören Tanja Lentes und Rico Zölzer am Fibelweg zum Inventar. Auf allen Ebenen engagieren sich Mutter und Sohn für ihren Verein, auch wenn es nicht immer einfach ist. Doch die schönen Momente überwiegen und so wurde der TUSEM mehr und mehr zur Familie für sie.

Eigentlich kommen die Zölzers aus Altenessen. Doch nach Tanjas Trennung von Ricos Vater zog es die Beiden allmählich auf die Margarethenhöhe. Dort, wo Tanjas Großeltern zunächst im Stillen Winkel und später in der Waldlehne wohnten. Mittlerweile haben sie nicht nur auf der Margarethenhöhe, sondern auch beim TUSEM ihre neue Heimat gefunden. Seit 2007 ist Rico in der Fußballabteilung aktiv, mit vier Jahren begann er Fußball zu spielen. Immer mit dabei: Mama Tanja. Schon von Beginn an hat sich die heute 51-Jährige rund um ihren Sohn im Verein engagiert. Und da ist einiges zusammengekommen im Laufe der letzten Jahre: „Ich habe schon alles gemacht. Trikots gewaschen, das Mädels-Team betreut, Platzwart, Betreuer und so weiter.“ Immer mit viel Leidenschaft und großer Zuverlässigkeit. Dieses Engagement und ihre Offenheit hat sie nicht nur in der Fußball-Abteilung, sondern auch im Rest des Vereins und im Stadtteil bekannt gemacht. Mittlerweile hilft sie oft auch im Tennis-Klubhaus aus.

Rico hat sich in erster Linie auf den Sport konzentriert. Er durchlief alle Jugendmannschaften des TUSEM, ehe er mit der 2. Herren-Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga A feierte und im Anschluss Teil der 1. Mannschaft wurde. „Das ist sportlich schon mehr, als ich mir jemals erhofft hatte“, sagt er bescheiden. Ein besonderer Moment dann am Ende der Saison 2024/25: Zölzer wird vereinsintern zum (Fußball)Spieler des Jahres gewählt. Nach dem erreichten Aufstieg mit der 2. Mannschaft also auch für Rico persönlich ein großer Grund zur Freude. Und auch Tanja war stolz: „Das war geil. Da musste Mama heulen.“

Aber nicht nur auf dem Platz hat sich der 23-Jährige in den letzten Jahren beim TUSEM immer mehr entwickelt, sondern auch an der Seitenlinie. Rico hat mittlerweile die Trainer-C-Lizenz des Deutschen Fußballbundes (DFB) und will noch mehr. „Da sehe ich noch Potenzial bei mir. Und ich möchte irgendwo dem deutschen Fußball auch etwas zurückgeben.“ Talent ist vorhanden und die nötige Expertise wächst immer weiter. So durfte Rico vor wenigen Jahren im Rahmen des Projekts „Fußballhelden“ für besonders engagierte und ehrenamtliche Vereinsmitglieder an einem DFB-Trainer-Workshop teilnehmen. Mit dabei: DFB-Jugendkoordinator Hannes Wolf. „Ich konnte viel von ihm lernen. Das hat mir den Ruck gegeben, dass ich da noch mehr wissen und lernen möchte“, sagt Rico, der aktuell die C-Jugend des TUSEM trainiert.

Sowohl für Tanja als auch für Rico ist es nur schwer vorstellbar den TUSEM zu verlassen. „Für mich ist das ein wichtiger sozialer Bezugspunkt. Ich fühle mich hier wie zuhause, komme hierhin und kenne jeden, bin sozial eingebunden und das hat mich alles charakterlich super mitgenommen“, sagt Rico, während Mama Tanja bestätigt: „Das tat dir gut“. Ein Wechsel kam nie in Frage, aber wenn es so gewesen wäre, hätte das untrennbare Band zwischen Beiden gehalten. „Ich wäre überall mit hingegangen, wenn Rico gewechselt wäre“, sagt Tanja, die jedoch froh ist, dass es nicht so gekommen ist.

Denn auf der Margarethenhöhe sammeln sich die schönsten Momente an. Tanja erinnert sich gerne an die Fußballnachmittage im Klubhaus inklusive Tippspiel, aber auch an die vielen schönen Szenen auf dem Platz. Unter anderem schoss Sohn Rico mal das entscheidende Tor für die 1. Mannschaft gegen die Zweitvertretung von Rot-Weiss Essen – ausgerechnet gegen den Lieblingsklub der Beiden (neben Bayern München). Damit beendete Rico die enorme Erfolgsserie von RWE.

„Aber es gibt so unfassbar viele schöne Momente, die ich beim TUSEM erlebt habe“, erzählt er, „zum Beispiel der Sieg meiner Jungs gegen den ETB. Das war unglaublich und darauf bin ich sehr stolz. Aber auch darauf, dass wir mit dem TUSEM mal das Pokalfinale erreicht haben. Das ist nicht selbstverständlich.“

Nicht selbstverständlich ist es leider auch, dass die Mannschaften die Kabinen sauber hinterlassen. Tanja hatte damit in der Zeit im Platzwart-Team oft zu tun. Das traurige Highlight: „Bottrop hat mal hier gespielt. Wir kamen in die Kabine und haben gesehen, dass da eine komplette Falsche Maggi auf dem Boden verteilt war. Die haben in der Halbzeit Eier gegessen“, berichtet Tanja. Da bekommt der Begriff „Maggihöhe“ plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Immerhin: Bottrops Geschäftsführer hat seiner Mannschaft eine deftige Ansage gemacht und Tanja hat zur Entschädigung für den größeren Putzaufwand immerhin 20 Euro bekommen.

Wenn sie etwas im Verein verändern wollen würde, dann die Bereitschaft, dass sich Mitglieder, vor allem aber auch die Eltern mehr engagieren. „Oft kommen die Eltern nur zum Platz, um ihre Kinder abzuladen und später wieder einzusammeln. Es ist wirklich sehr traurig, dass kaum noch jemand mit anpackt. Es muss ein Geben und Nehmen sein. Und die Kinder sollten von ihren Eltern lernen, dass man in einem Verein auch mal mit anpacken muss, damit das Ganze überhaupt am Leben bleiben kann.“ Bestes Beispiel: Rico und Tanja.

Beide leben und lieben den TUSEM. Das merkt man in Gesprächen, aber vor allem in Taten. Tanja ist gesellig und gesprächig, knüpft Freundschaften und will den Verein im Rahmen ihrer Möglichkeiten voranbringen. Ebenso Rico, der sich für seine aktive Arbeit auf dem Platz vor allem eines vorgenommen hat: „Ich möchte, dass möglichst viele Kinder Spaß am Fußball haben, viele Tore schießen und mit einem Lächeln nach Hause gehen.“

Steckbrief Tanja Lentes

Name: Tanja Lentes

Alter: 51

Beim TUSEM seit: 2007

Sportart: Fußball

Amt: Trainerin, Platzwartin, „Frau für alles“

Vorherige Vereine:

Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Schwimmen

Davon bin ich Fan: FC Bayern, Rot-Weiss Essen, TUSEM

Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… wäre nichts

Der TUSEM in einem Wort: Familiär

Steckbrief Rico Zölzer

Name: Rico Zölzer

Alter: 23

Beim TUSEM seit: 2007

Sportart: Fußball

Amt: Spieler, Trainer, Beisitzer Jugendvorstand, ehemaliger Jugendsprecher.

Vorherige Vereine:

Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Tennis, Tischtennis.

Davon bin ich Fan: FC Bayern, Rot-Weiss Essen, TUSEM

Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… wäre um Sportliches und Familiäres ärmer.

Der TUSEM in einem Wort: Familiär