Rico Zölzer und Tanja Lentes: „Als Rico zum Spieler des Jahres wurde, musste Mama heulen„

Sie sind aus der Fußballabteilung des TUSEM nicht mehr wegzudenken: seit 2007 gehören Tanja Lentes und Rico Zölzer am Fibelweg zum Inventar. Auf allen Ebenen engagieren sich Mutter und Sohn für ihren Verein, auch wenn es nicht immer einfach ist. Doch die schönen Momente überwiegen und so wurde der TUSEM mehr und mehr zur Familie für sie.
Eigentlich kommen die Zölzers aus Altenessen. Doch nach Tanjas Trennung von Ricos Vater zog es die Beiden allmählich auf die Margarethenhöhe. Dort, wo Tanjas Großeltern zunächst im Stillen Winkel und später in der Waldlehne wohnten. Mittlerweile haben sie nicht nur auf der Margarethenhöhe, sondern auch beim TUSEM ihre neue Heimat gefunden. Seit 2007 ist Rico in der Fußballabteilung aktiv, mit vier Jahren begann er Fußball zu spielen. Immer mit dabei: Mama Tanja. Schon von Beginn an hat sich die heute 51-Jährige rund um ihren Sohn im Verein engagiert. Und da ist einiges zusammengekommen im Laufe der letzten Jahre: „Ich habe schon alles gemacht. Trikots gewaschen, das Mädels-Team betreut, Platzwart, Betreuer und so weiter.“ Immer mit viel Leidenschaft und großer Zuverlässigkeit. Dieses Engagement und ihre Offenheit hat sie nicht nur in der Fußball-Abteilung, sondern auch im Rest des Vereins und im Stadtteil bekannt gemacht. Mittlerweile hilft sie oft auch im Tennis-Klubhaus aus.
Rico hat sich in erster Linie auf den Sport konzentriert. Er durchlief alle Jugendmannschaften des TUSEM, ehe er mit der 2. Herren-Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga A feierte und im Anschluss Teil der 1. Mannschaft wurde. „Das ist sportlich schon mehr, als ich mir jemals erhofft hatte“, sagt er bescheiden. Ein besonderer Moment dann am Ende der Saison 2024/25: Zölzer wird vereinsintern zum (Fußball)Spieler des Jahres gewählt. Nach dem erreichten Aufstieg mit der 2. Mannschaft also auch für Rico persönlich ein großer Grund zur Freude. Und auch Tanja war stolz: „Das war geil. Da musste Mama heulen.“
Aber nicht nur auf dem Platz hat sich der 23-Jährige in den letzten Jahren beim TUSEM immer mehr entwickelt, sondern auch an der Seitenlinie. Rico hat mittlerweile die Trainer-C-Lizenz des Deutschen Fußballbundes (DFB) und will noch mehr. „Da sehe ich noch Potenzial bei mir. Und ich möchte irgendwo dem deutschen Fußball auch etwas zurückgeben.“ Talent ist vorhanden und die nötige Expertise wächst immer weiter. So durfte Rico vor wenigen Jahren im Rahmen des Projekts „Fußballhelden“ für besonders engagierte und ehrenamtliche Vereinsmitglieder an einem DFB-Trainer-Workshop teilnehmen. Mit dabei: DFB-Jugendkoordinator Hannes Wolf. „Ich konnte viel von ihm lernen. Das hat mir den Ruck gegeben, dass ich da noch mehr wissen und lernen möchte“, sagt Rico, der aktuell die C-Jugend des TUSEM trainiert.
Sowohl für Tanja als auch für Rico ist es nur schwer vorstellbar den TUSEM zu verlassen. „Für mich ist das ein wichtiger sozialer Bezugspunkt. Ich fühle mich hier wie zuhause, komme hierhin und kenne jeden, bin sozial eingebunden und das hat mich alles charakterlich super mitgenommen“, sagt Rico, während Mama Tanja bestätigt: „Das tat dir gut“. Ein Wechsel kam nie in Frage, aber wenn es so gewesen wäre, hätte das untrennbare Band zwischen Beiden gehalten. „Ich wäre überall mit hingegangen, wenn Rico gewechselt wäre“, sagt Tanja, die jedoch froh ist, dass es nicht so gekommen ist.
Denn auf der Margarethenhöhe sammeln sich die schönsten Momente an. Tanja erinnert sich gerne an die Fußballnachmittage im Klubhaus inklusive Tippspiel, aber auch an die vielen schönen Szenen auf dem Platz. Unter anderem schoss Sohn Rico mal das entscheidende Tor für die 1. Mannschaft gegen die Zweitvertretung von Rot-Weiss Essen – ausgerechnet gegen den Lieblingsklub der Beiden (neben Bayern München). Damit beendete Rico die enorme Erfolgsserie von RWE.
„Aber es gibt so unfassbar viele schöne Momente, die ich beim TUSEM erlebt habe“, erzählt er, „zum Beispiel der Sieg meiner Jungs gegen den ETB. Das war unglaublich und darauf bin ich sehr stolz. Aber auch darauf, dass wir mit dem TUSEM mal das Pokalfinale erreicht haben. Das ist nicht selbstverständlich.“
Nicht selbstverständlich ist es leider auch, dass die Mannschaften die Kabinen sauber hinterlassen. Tanja hatte damit in der Zeit im Platzwart-Team oft zu tun. Das traurige Highlight: „Bottrop hat mal hier gespielt. Wir kamen in die Kabine und haben gesehen, dass da eine komplette Falsche Maggi auf dem Boden verteilt war. Die haben in der Halbzeit Eier gegessen“, berichtet Tanja. Da bekommt der Begriff „Maggihöhe“ plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Immerhin: Bottrops Geschäftsführer hat seiner Mannschaft eine deftige Ansage gemacht und Tanja hat zur Entschädigung für den größeren Putzaufwand immerhin 20 Euro bekommen.
Wenn sie etwas im Verein verändern wollen würde, dann die Bereitschaft, dass sich Mitglieder, vor allem aber auch die Eltern mehr engagieren. „Oft kommen die Eltern nur zum Platz, um ihre Kinder abzuladen und später wieder einzusammeln. Es ist wirklich sehr traurig, dass kaum noch jemand mit anpackt. Es muss ein Geben und Nehmen sein. Und die Kinder sollten von ihren Eltern lernen, dass man in einem Verein auch mal mit anpacken muss, damit das Ganze überhaupt am Leben bleiben kann.“ Bestes Beispiel: Rico und Tanja.
Beide leben und lieben den TUSEM. Das merkt man in Gesprächen, aber vor allem in Taten. Tanja ist gesellig und gesprächig, knüpft Freundschaften und will den Verein im Rahmen ihrer Möglichkeiten voranbringen. Ebenso Rico, der sich für seine aktive Arbeit auf dem Platz vor allem eines vorgenommen hat: „Ich möchte, dass möglichst viele Kinder Spaß am Fußball haben, viele Tore schießen und mit einem Lächeln nach Hause gehen.“
Steckbrief Rico Zölzer
Alter: 23.
Beim TUSEM seit: 2007.
Sportart: Fußball.
Amt: Spieler, Trainer, Beisitzer Jugendvorstand, ehemaliger Jugendsprecher.
Vorherige Vereine: –
Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Tennis, Tischtennis.
Davon bin ich Fan: FC Bayern, Rot-Weiss Essen, TUSEM.
Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… wäre um Sportliches und Familiäres ärmer.
Der TUSEM in einem Wort: Familiär.
Steckbrief Tanja Lentes
Alter: 51.
Beim TUSEM seit: 2007.
Sportart: Fußball.
Amt: Trainerin, Platzwartin, „Frau für alles“.
Vorherige Vereine: –
Diese Sportart im TUSEM würde ich gerne ausprobieren: Schwimmen.
Davon bin ich Fan: FC Bayern, Rot-Weiss Essen, TUSEM.
Die Margarethenhöhe ohne den TUSEM… wäre nichts.
Der TUSEM in einem Wort: Familiär